Cybergrooming: Kinder und Jugendliche sind besser sensibilisiert, aber Risiken bleiben

Ob beim Zocken, Chatten oder Scrollen: Für Kinder und Jugendliche gehört der Kontakt mit Fremden im Netz längst zum Alltag. Die neue repräsentative Cybergrooming-Studie der Landesanstalt für Medien NRW zeigt, dass die Risiken bleiben. 19 Prozent der Befragten berichten von mindestens einer Form von Cybergrooming. Auch wenn dieser Wert unter dem Vorjahresniveau liegt (24 %), machen die Ergebnisse deutlich: Cybergrooming und andere grenzüberschreitende Erfahrungen bleiben für viele junge Menschen Realität. Gleichzeitig sind Kinder und Jugendliche heute stärker für die Risiken sensibilisiert. Und zugleich scheint die zunehmende Sensibilisierung in Schulen, Familien und Medien zu wirken.

Die Studie zeigt, dass Risiken längst nicht mehr nur in Sozialen Netzwerken auftreten. Je nach digitalem Raum machen Kinder und Jugendliche unterschiedliche Erfahrungen: Während in Online-Games vor allem unangenehme Kontaktaufnahmen eine Rolle spielen, erleben sie in Chats und Online-Communities häufig Beleidigungen, Bloßstellungen oder andere Formen grenzüberschreitenden Verhaltens.

Mehr als jede dritte befragte Online-Gamerin bzw. jeder dritte Online-Gamer wurde bereits von einer fremden Person angesprochen und hatte dabei ein unangenehmes Gefühl (63 %). Knapp 15 Prozent berichten zudem von Geschenken oder Hilfestellungen für eine Gegenleistung.

Auch in Chat- und Community-Angeboten sind grenzüberschreitende Erfahrungen weit verbreitet. Rund ein Drittel der Kinder und Jugendlichen hat dort bereits Beleidigungen erlebt (31 %), knapp ein Viertel Bloßstellungen (24 %). Einzelne berichten zudem von Versuchen der Einflussnahme, etwa durch Schuldzuweisungen (6 %) oder die Aufforderung, etwas geheim zu halten (5 %).

Neben den Risiken wächst jedoch auch das Wissen. 43 Prozent kennen den Begriff Cybergrooming – fünf Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Auch der Austausch in den Familien nimmt zu: Mehr als die Hälfte der Kinder und Jugendlichen hat bereits mit den Eltern über das Thema gesprochen (51 %).

Die gestiegene Sensibilisierung spiegelt sich auch im Umgang mit problematischen Kontakten wider. 70 Prozent haben den Kontakt abgebrochen oder die Person blockiert, fast die Hälfte hat sich einer Bezugsperson anvertraut (47 %).

Quelle: Pressemitteilung der Landesanstalt für Medien NRW, Düsseldorf, 10. September 2026