Archiv der Kategorie: Allgemein

Wer oder was ist Nimses?

Nimses ist ein Soziales Netzwerk, dessen grundlegende Idee nicht allzu abweichend von vergleichbaren Angeboten scheint. Es geht um die Vernetzung mit anderen Nutzer*innen. In heilsbringender Weise wird das Produkt hingegen auf der eigenen Seite und über Youtube beworben. „I am wasted“ resigniert der Protagonist des Werbefilmes, doch wie der Phönix aus der Asche ersteht er auf und wird zum Teil des großen Netzwerkes von Nimses – selbstbestimmt und vermeintlich erstmals etwas wert. (nimses 2019)
Im Netzwerk bestehen Möglichkeiten einer „klassischen“ Vernetzung mit anderen Profilen, das Anschauen und Liken von Profilbildern als auch das Finden von Nutzer*innen, die sich in einem Umkreis von zwei Kilometern befinden.

Die App weist aus datenschutzrechtlicher und jugendschützerischer Sicht erhebliche Gefährdungspotenziale auf. Neben In-App-Käufen, einer Registrierung ab dem 12. Lebensjahr und der Preisgabe des persönlichen Standorts, sind auch alle persönlichen Daten für alle anderen Nutzer*innen sichtbar. Die Privatsphäreeinstellungen können nicht abgeändert werden. Der Funktionalität und dem Nutzungsverhalten entsprechend, scheint Nimses vielmehr eine Dating-App für Nutzer*innen ab 12 Jahren zu sein.

Die Servicestelle Kinder- und Jugendschutz rät von einer Nutzung dieser App unter 18 Jahren generell ab. Auch für Volljährige scheint die App aufgrund erheblicher datenschutzrechtlicher Bedenken zur Zeit nicht empfehlenswert. Eine übermäßige Hysterie (vergleichbar auch zu anderen jeweils aktuellen Themen, wie Challenges/Momo etc.) scheint unangebracht. Dies führt aus unserer Sicht vielmehr dazu, dass Angebote interessant erscheinen und eine unangemessene Öffentlichkeit erhalten.

Weitere Informationen und wichtige Tipps erhalten Sie in den Informationen der Servicestelle Kinder- und Jugendschutz von fjp>media. Gern informieren und beraten Sie die Kolleg*innen persönlich zu verschiedenen Apps und weiteren aktuellen Jugendschutzthemen.

Freie Termine für Elterninformationsangebot „Medienerziehung in der Familie“

Auch im zweiten Halbjahr gibt es für alle Interessierten die Möglichkeit, Elterninformationsveranstaltungen zur Medienerziehung gemeinsam mit der Servicestelle Kinder- und Jugendschutz zu organisieren.

Das 90-minütige Elternangebot wird von Jugendschutzreferent*innen der Servicestelle Kinder- und Jugendschutz durchgeführt. Dabei erhalten Erziehende einen Überblick zu aktuellen Medientrends sowie zur Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen, werden über Chancen und Risiken der Mediennutzung informiert und erhalten Tipps und Hilfestellungen für die eigene Medienerziehung.
Eine anschließende Frage- und Antwortrunde ermöglicht die Diskussion unter allen Beteiligten, um etablierte Erziehungsmodelle kennenzulernen oder sich zu individuellen Medienthemen auszutauschen.

Freie Termine in der zweiten Jahreshälfte 2019 sind:
KW 36: 03.-05. September sowie
KW 39: 24.-26. September.

Sollten Sie Interesse haben, diese Angebote durchzuführen, nehmen Sie gern Kontakt mit uns auf per Mail jugendschutz@fjp-media.de oder Telefon 0391 / 503 76 38.

Servicestelle unterstützt Fachtag zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexualisierter Gewalt

Das Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration veranstaltet am 14. Juni 2019 in der Zeit von 10:00 Uhr bis 16:00 Uhr im Gesellschaftshaus in Magdeburg einen Fachtag zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexualisierter Gewalt.

Unter dem Motto Hinsehen – Hinhören – Handeln! will der Fachtag sensibilisieren, informieren und insbesondere die Frage klären, wo noch Handlungsbedarfe für das Land Sachsen-Anhalt sind.

Frau Sozialministerin Petra Grimm-Benne wird den Fachtag eröffnen. Mit Vorträgen sind unter anderem vertreten Frau Prof. Dr. phil. Maika Böhm, Professorin für Sexualwissenschaft und Familienplanung an der Hochschule Merseburg (Thema: Digitale Medien und sexuelle Grenzverletzungen) sowie Herr Prof. Dr. med. Dr. phil. Klaus M. Beier, Direktor des Institutes für Sexualwissenschaft und Sexualmedizin an der Charité – Universitätsmedizin Berlin (Thema: Präventionsnetzwerk „Kein Täter werden“). Angefragt ist auch der Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM), Johannes-Wilhelm Rörig.

Die theaterpädagogische Werkstatt Osnabrück präsentiert Ausschnitte aus den Präventionsprogrammen „Mein Körper gehört mir!“ sowie „Die große Nein-Tonne“, die Jungen und Mädchen im Vorschulalter und in der Grundschule stark gegenüber körperlichen Grenzverletzungen machen wollen. Gezeigt werden auch Ausschnitte der PETZE-Ausstellung der Hochschule Merseburg, die Kindern und Jugendlichen Handlungsstrategien bei sexuellen Übergriffen vermittelt.

Der Fachtag richtet sich insbesondere an pädagogisches Fachpersonal aus stationären Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, Jugendamtsleitungen, Leitungen aus Kindertageseinrichtungen sowie Kinderschutzfachkräfte, Koordinierende der lokalen Netzwerke Frühe Hilfen und des Kinderschutzes sowie deren Netzwerkpartner*innen, Kinderärzt*innen,  Fachkräfte der Frühen Hilfen, Schulsozialarbeiter*innen, Fachkräfte aus Familienzentren, Beratungsstellen gegen sexuelle Gewalt, Familienverbände  sowie  Ehe-, Lebens- und Familienberatungsstellen, Gesundheitsämter, Feuerwehrwarte  der Jugendfeuerwehr im Landesfeuerwehrverband, Sportvereine und Sportverbände im Landessportbund.

Weitere Informationen (Programm/Ablaufplan) erhalten Sie unter  Simone.Seitz@ms.sachsen-anhalt.de oder telefonisch unter 0391 567- 6908.

Ramadan-Fasten – eine Handreichung zum Umgang mit dem Fasten von Kindern und Jugendlichen

Der Ramadan ist für Muslime die wichtigste Zeit des Jahres. 29 Tage lang dürfen sie tagsüber weder essen noch trinken. In diesem Jahr ist die Zeit des Fastens vom 5. Mai 2019 bis 4. Juni 2019.
Dabei gibt es eine große Spanne und verschiedene Interpretationen der islamischen Traditionen und Regeln. Trotz der Unterschiede ist ihnen allen gemein, dass bei der Berücksichtigung dieser Regeln Ausnahmen zulässig sind: zum Beispiel für Ältere, Schwangere, bei Krankheit, Menschen auf Reisen und auch Kindern. Dennoch fasten viele Kinder und Jugendliche im schulpflichtigen Alter. Die Fastenregeln strikt einzuhalten kann aber für Kinder spürbare Folgen haben.

Deshalb weisen der Kinderschutzbund (DKSB) und der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) vor Beginn des muslimischen Fastenmonats Ramadan auf mögliche Folgen des Fastens für Kinder und Jugendliche hin und geben konkrete Handlungsschritte für Eltern und verantwortliche Lehrer*innen oder Erzieher*innen, um gemeinsam eine kindgerechte Lösung zu finden. Die Handreichung finden Sie hier.

Quelle: Pressemitteilung des Deutschen Kinderschutzbunds Bundesverband e.V., Berlin, 23. April 2019

Informationen zu weiteren religiös-kulturellen Konfliktfällen in der Schule und wie man ihnen begegnet erhalten Sie auch im Buch „Unsere Tochter nimmt nicht am Schwimmunterricht teil!„.

Wer oder was ist eigentlich Momo?

Derzeit berichten wieder viele Kinder vor allem im Grundschulalter von negativen Onlineerlebnissen mit Momo und dem Game Master. Sie seien verängstigt, würden sich nachts nicht aus dem Bett trauen und schlecht schlafen. Außerdem hätten sie Angst, von Momo getötet oder dem GameMaster entführt zu werden.
Die Erfahrungen verarbeiten die Heranwachsenden durch den Austausch in ihrer Peer-Group. Sie zeigen sich die Nachrichten und Videos gegenseitig auf den Smartphones oder leiten sie, entsprechend der Aufforderung in den Mitteilungen von Momo, weiter an andere. Sie sprechen in den Schulpausen oder am Nachmittag in ihrer Freizeit über die Medienfiguren, tauschen ihr Wissen dazu aus und thematisieren mitunter spielerisch auch ihre Ängste.

Die Inhalte der Kettenbriefe von Momo und ähnlichen Figuren sind selbstverständlich nicht wahr. Kindern im Kita- und Grundschulalter fehlt allerdings das Verständnis für eine Unterscheidung zwischen realem Geschehen und fiktiven Inhalten. Wichtig ist deshalb, mit den Kindern über die Erfahrungen zu sprechen. Wichtig ist, dabei sachlich, ruhig und verständnisvoll zu bleiben und belustigte, vorwerfende oder abwiegelnde Kommentare zu vermeiden.

Hilfreich ist auch das gemeinsame Schauen von YouTube Videos, die die Phänomene kritisch betrachten und aufklärenden Charakter haben. Darüber hinaus können Erwachsene und Kinder gemeinsam auf Kindersuchmaschinen wie helles-koepfchen.de oder fragfinn.de nach Momo und Co recherchieren und sich zu den Ergebnissen austauschen.

Weitere Informationen und wichtige Tipps erhalten Sie in der Handreichung der Servicestelle Kinder- und Jugendschutz von fjp>media. Gern informieren und beraten Sie die Kolleg*innen zu persönlich zu Internetphänomenen wie Momo und weiteren aktuellen Jugendschutzthemen.

Servicestelle unterstützt Initiative „Schule gegen sexuelle Gewalt“

Durch die Aufdeckung und Aufarbeitung zahlreicher Missbrauchsvorfälle und die damit einhergehende Novellierung des Bundeskinderschutzgesetzes im Jahr 2012 erlangte der Schutz von Kindern und Jugendlichen und die Prävention sexualisierter Gewalt in den vergangenen Jahren eine größere gesellschaftliche Bedeutsamkeit. Die Servicestelle Kinder- und Jugendschutz arbeitet seit ihrer Gründung an diesem Thema, in allen Bereichen der Kinder- und Jugendhilfe. Weiterlesen

Fortbildung zur Plakataktion „Heute schon mit Ihrem Kind gesprochen?“

Zur Plakataktion „Heute schon mit Ihrem Kind gesprochen?“ des Ministeriums für Arbeit, Soziales und Integration veranstaltet die Servicestelle Kinder- und Jugendschutz am 21. März 2019 in Halle eine Fortbildung mit dem Schwerpunkt „Familienverantwortung im Umgang mit Medien“. Weiterlesen

Vielfältige Angebote der Servicestelle Kinder- und Jugendschutz in 2019

Im Dezember 2018 diskutierten die Jugendschützer*innen der örtlichen Jugendämter beim Netzwerktreffen die Herausforderungen an den Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Gesellschaft. Die Fachkräfte waren sich einig, dass die Medienkompetenzvermittlung gerade für die Kinder- und Jugendarbeit eine unabdingbare Querschnittsaufgabe darstellt. Zur Unterstützung dieses Schwerpunktes bei den in der Jugendhilfe Handelnden plant die Servicestelle Kinder- und Jugendschutz auch im Jahr 2019 thematisch vielfältige Fortbildungen. Weiterlesen