Archiv der Kategorie: Aktuell

Was ist so faszinierend an „Fortnite: Battle Royal“?

Wer kennt es nicht? Fortnite – das beliebteste Onlinespiel 2018 in der Altersgruppe der 12 bis 17-Jährigen laut JIM-Studie.

Die Tänze aus Fortnite begleiten Pädagog*innen in Bildungsveranstaltungen mit Kindern und Jugendlichen und Erziehende fragen auf Elternabenden besorgt nach Risiken und Auswirkungen des Spiels. Weiterlesen

Wochenrückblick der Servicestelle Kinder- und Jugendschutz

Am 17.09.2019 beteiligte sich die Servicestelle Kinder- und Jugendschutz am Fachtag „Schule gegen sexuelle Gewalt“ des Landesschulamtes in Stendal. Zielstellung des Fachtages ist die Ermutigung und fachliche Anregung von Schulleitungen und Kollegien in der schulspezifischen Auseinandersetzung nit dem Thema, in dessen Ergebnis die Erarbeitung eines auf die Schule zugeschnittenen Konzeptes zum Schutz vor sexueller Gewalt entstehen soll. Die Referent*innen der Servicestelle sensibilisierten die interessierten Fachkräfte zu möglichen Gefahren in sozialen Netzwerken, insbesondere Cybergrooming, Sexting und Pornografie, und zeigten Lösungsstrategien sowie Hilfsangebote auf.

Parallel fand die Fortbildung „Medienpädagogische Fallstricke in der pädagogischen Arbeit“ in Kooperation mit dem Landkreis Wittenberg in Wittenberg statt. Mit Fachkräften (Erzieher*innen, Sozialpädagog*innen und Schulsozialarbeit*innen) wurden die inhaltlichen Schwerpunkte von Urheberrecht, Datenschutz, Medienrecht und den Persönlichkeitsrechten aufgegriffen. Anhand ausgewählter Beispiele wurde gezeigt, wie Medien in der pädagogischen Arbeit sicher genutzt werden können. Diese Fortbildung verdeutlichte wiederholt, wie unsicher Fachkräfte sich in einigen Arbeitsfeldern fühlen.

Am 18.09.2019 fand die Fortbildungsveranstaltung „Heute schon mit Ihrem Kind gesprochen? Familienverantwortung im Umgang mit Medien“ in Kooperation mit dem Netzwerk Frühe Hilfen in Zerbst statt. Pädagogische und andere Fachkräfte aus Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe (Kindertagesstätten, Familienbildungsstätten, Familienzentren, Familienberatungsstellen, Netzwerk Frühe Hilfen) erhielten Informationen zur Auswirkung der Mediennutzung von Eltern auf ihre Kinder. Weiterhin wurden Methoden vorgestellt, wie Fachkräfte dieses „sensible“ Thema in der pädagogischen Arbeit ansprechen und aufgreifen können. Aus dieser Fortbildung ergab sich der Wunsch mehr Angebote für gemeinsame Eltern-Kind-Veranstaltungen vorzuhalten.

Am selben Tag bot die Servicestelle Kinder- und Jugendschutz zwei Seminare im Rahmen des Landestages „Schule ohne Rassismus. Schule mit Courage“ an. Der diesjährige Landestag hatte sich inhaltlich dem 70-jährigen Jubiläum des Grundgesetzes verschrieben. Mit Schüler*innen aus ganz Sachsen-Anhalt gab es hier praxisorientierte und lebensnahe Diskussionen rund um dieses Oberthema. Im ersten Workshop der Servicestelle ging es um Meinungsfreiheit und eine faire Kommunikation in sozialen Netzwerken. Der zweite Workshop beschäftigte sich mit Persönlichkeitsrechten und Datenschutz.

Eigenes Medienwissen weitergeben und bei Fragen für Gleichaltrige ansprechbar sein – das wollten Kinder und Jugendliche aus den stationären und ambulanten Betreuungsdiensten des Diakonievereins Burghof. Am letzten Wochenende trafen sie sich deshalb, um von der Servicestelle das nötige Rüstzeug für die Arbeit als Media-Scout zu erhalten. Gemeinsam überlegten alle, wie und wo man zukünftig tätig werden möchte. Darüber hinaus wurden Filme gedreht oder erste Angebote geplant und umgesetzt.

Wer oder was ist Nimses?

Nimses ist ein Soziales Netzwerk, dessen grundlegende Idee nicht allzu abweichend von vergleichbaren Angeboten scheint. Es geht um die Vernetzung mit anderen Nutzer*innen. In heilsbringender Weise wird das Produkt hingegen auf der eigenen Seite und über Youtube beworben. „I am wasted“ resigniert der Protagonist des Werbefilmes, doch wie der Phönix aus der Asche ersteht er auf und wird zum Teil des großen Netzwerkes von Nimses – selbstbestimmt und vermeintlich erstmals etwas wert. (nimses 2019)
Im Netzwerk bestehen Möglichkeiten einer „klassischen“ Vernetzung mit anderen Profilen, das Anschauen und Liken von Profilbildern als auch das Finden von Nutzer*innen, die sich in einem Umkreis von zwei Kilometern befinden. Weiterlesen

Freie Termine für Elterninformationsangebot „Medienerziehung in der Familie“

Auch im zweiten Halbjahr gibt es für alle Interessierten die Möglichkeit, Elterninformationsveranstaltungen zur Medienerziehung gemeinsam mit der Servicestelle Kinder- und Jugendschutz zu organisieren.

Das 90-minütige Elternangebot wird von Jugendschutzreferent*innen der Servicestelle Kinder- und Jugendschutz durchgeführt. Dabei erhalten Erziehende einen Überblick zu aktuellen Medientrends sowie zur Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen, werden über Chancen und Risiken der Mediennutzung informiert und erhalten Tipps und Hilfestellungen für die eigene Medienerziehung.
Eine anschließende Frage- und Antwortrunde ermöglicht die Diskussion unter allen Beteiligten, um etablierte Erziehungsmodelle kennenzulernen oder sich zu individuellen Medienthemen auszutauschen.

Freie Termine in der zweiten Jahreshälfte 2019 sind:
KW 36: 03.-05. September sowie
KW 39: 24.-26. September.

Sollten Sie Interesse haben, diese Angebote durchzuführen, nehmen Sie gern Kontakt mit uns auf per Mail jugendschutz@fjp-media.de oder Telefon 0391 / 503 76 38.

Servicestelle unterstützt Fachtag zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexualisierter Gewalt

Das Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration veranstaltet am 14. Juni 2019 in der Zeit von 10:00 Uhr bis 16:00 Uhr im Gesellschaftshaus in Magdeburg einen Fachtag zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexualisierter Gewalt.

Unter dem Motto Hinsehen – Hinhören – Handeln! will der Fachtag sensibilisieren, informieren und insbesondere die Frage klären, wo noch Handlungsbedarfe für das Land Sachsen-Anhalt sind.

Frau Sozialministerin Petra Grimm-Benne wird den Fachtag eröffnen. Mit Vorträgen sind unter anderem vertreten Frau Prof. Dr. phil. Maika Böhm, Professorin für Sexualwissenschaft und Familienplanung an der Hochschule Merseburg (Thema: Digitale Medien und sexuelle Grenzverletzungen) sowie Herr Prof. Dr. med. Dr. phil. Klaus M. Beier, Direktor des Institutes für Sexualwissenschaft und Sexualmedizin an der Charité – Universitätsmedizin Berlin (Thema: Präventionsnetzwerk „Kein Täter werden“). Angefragt ist auch der Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM), Johannes-Wilhelm Rörig.

Die theaterpädagogische Werkstatt Osnabrück präsentiert Ausschnitte aus den Präventionsprogrammen „Mein Körper gehört mir!“ sowie „Die große Nein-Tonne“, die Jungen und Mädchen im Vorschulalter und in der Grundschule stark gegenüber körperlichen Grenzverletzungen machen wollen. Gezeigt werden auch Ausschnitte der PETZE-Ausstellung der Hochschule Merseburg, die Kindern und Jugendlichen Handlungsstrategien bei sexuellen Übergriffen vermittelt.

Der Fachtag richtet sich insbesondere an pädagogisches Fachpersonal aus stationären Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, Jugendamtsleitungen, Leitungen aus Kindertageseinrichtungen sowie Kinderschutzfachkräfte, Koordinierende der lokalen Netzwerke Frühe Hilfen und des Kinderschutzes sowie deren Netzwerkpartner*innen, Kinderärzt*innen,  Fachkräfte der Frühen Hilfen, Schulsozialarbeiter*innen, Fachkräfte aus Familienzentren, Beratungsstellen gegen sexuelle Gewalt, Familienverbände  sowie  Ehe-, Lebens- und Familienberatungsstellen, Gesundheitsämter, Feuerwehrwarte  der Jugendfeuerwehr im Landesfeuerwehrverband, Sportvereine und Sportverbände im Landessportbund.

Weitere Informationen (Programm/Ablaufplan) erhalten Sie unter  Simone.Seitz@ms.sachsen-anhalt.de oder telefonisch unter 0391 567- 6908.

Ramadan-Fasten – eine Handreichung zum Umgang mit dem Fasten von Kindern und Jugendlichen

Der Ramadan ist für Muslime die wichtigste Zeit des Jahres. 29 Tage lang dürfen sie tagsüber weder essen noch trinken. In diesem Jahr ist die Zeit des Fastens vom 5. Mai 2019 bis 4. Juni 2019.
Dabei gibt es eine große Spanne und verschiedene Interpretationen der islamischen Traditionen und Regeln. Trotz der Unterschiede ist ihnen allen gemein, dass bei der Berücksichtigung dieser Regeln Ausnahmen zulässig sind: zum Beispiel für Ältere, Schwangere, bei Krankheit, Menschen auf Reisen und auch Kindern. Dennoch fasten viele Kinder und Jugendliche im schulpflichtigen Alter. Die Fastenregeln strikt einzuhalten kann aber für Kinder spürbare Folgen haben.

Deshalb weisen der Kinderschutzbund (DKSB) und der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) vor Beginn des muslimischen Fastenmonats Ramadan auf mögliche Folgen des Fastens für Kinder und Jugendliche hin und geben konkrete Handlungsschritte für Eltern und verantwortliche Lehrer*innen oder Erzieher*innen, um gemeinsam eine kindgerechte Lösung zu finden. Die Handreichung finden Sie hier.

Quelle: Pressemitteilung des Deutschen Kinderschutzbunds Bundesverband e.V., Berlin, 23. April 2019

Informationen zu weiteren religiös-kulturellen Konfliktfällen in der Schule und wie man ihnen begegnet erhalten Sie auch im Buch „Unsere Tochter nimmt nicht am Schwimmunterricht teil!„.

Wer oder was ist eigentlich Momo?

Derzeit berichten wieder viele Kinder vor allem im Grundschulalter von negativen Onlineerlebnissen mit Momo und dem Game Master. Sie seien verängstigt, würden sich nachts nicht aus dem Bett trauen und schlecht schlafen. Außerdem hätten sie Angst, von Momo getötet oder dem GameMaster entführt zu werden.
Die Erfahrungen verarbeiten die Heranwachsenden durch den Austausch in ihrer Peer-Group. Sie zeigen sich die Nachrichten und Videos gegenseitig auf den Smartphones oder leiten sie, entsprechend der Aufforderung in den Mitteilungen von Momo, weiter an andere. Sie sprechen in den Schulpausen oder am Nachmittag in ihrer Freizeit über die Medienfiguren, tauschen ihr Wissen dazu aus und thematisieren mitunter spielerisch auch ihre Ängste.

Die Inhalte der Kettenbriefe von Momo und ähnlichen Figuren sind selbstverständlich nicht wahr. Kindern im Kita- und Grundschulalter fehlt allerdings das Verständnis für eine Unterscheidung zwischen realem Geschehen und fiktiven Inhalten. Wichtig ist deshalb, mit den Kindern über die Erfahrungen zu sprechen. Wichtig ist, dabei sachlich, ruhig und verständnisvoll zu bleiben und belustigte, vorwerfende oder abwiegelnde Kommentare zu vermeiden.

Hilfreich ist auch das gemeinsame Schauen von YouTube Videos, die die Phänomene kritisch betrachten und aufklärenden Charakter haben. Darüber hinaus können Erwachsene und Kinder gemeinsam auf Kindersuchmaschinen wie helles-koepfchen.de oder fragfinn.de nach Momo und Co recherchieren und sich zu den Ergebnissen austauschen.

Weitere Informationen und wichtige Tipps erhalten Sie in der Handreichung der Servicestelle Kinder- und Jugendschutz von fjp>media. Gern informieren und beraten Sie die Kolleg*innen zu persönlich zu Internetphänomenen wie Momo und weiteren aktuellen Jugendschutzthemen.