Archiv der Kategorie: Aktuell

Umgang mit Altersfreigaben von Computerspielen (§ 14 JuSchG)

Den Fortbildungen der Servicestelle Kinder- und Jugendschutz sind natürlich auch die gesetzlichen Grundlagen immanent. Bei Fragen nach der Durchsetzung von Altersbeschränkungen nach dem Jugendschutzgesetz weisen wir regelmäßig darauf hin, dass diese nur in der Öffentlichkeit gelten und Eltern (bzw. Sorgeberechtigte) mit ihrem Erziehungsprivileg zu Hause im Umgang mit den eigenen Kindern nicht daran gebunden sind; es sein denn, daraus resultiert eine Kindeswohlgefährdung. Weiterlesen

Servicestelle Kinder- und Jugendschutz mit Cybermobbing-Panel auf der 5. Netzwerktagung Medienkompetenz

Vom 22. bis 23.10.2019 fand die 5. Netzwerktagung Medienkompetenz Sachsen-Anhalt in Halle statt. Die Servicestelle Kinder- und Jugendschutz war Kooperationspartnerin der Fachtagung. Das eigens ausgerichtete Panel „Ich kann nicht mehr und brauche Hilfe!“ – Beratungs- und Interventionsangebote bei (Cyber)mobbing“ lud Fachkräfte zum gemeinsamen Austausch und zur Diskussion ein. Weiterlesen

Öffentliche Kindheit – Kinderbilder in sozialen Netzwerken

Kinder posten selbstständig Bilder oder werden von ihren Eltern in sozialen Netzwerken präsentiert. Anstatt in einem privatem Fotoalbum werden die Bilder mit einer unüberschaubaren Öffentlichkeit im Internet geteilt.

In Erwachsenenaugen vermeintlich süße und witzige Kinderfotos können für die Betroffenen auch beschämend und peinlich sein. Weiterlesen

Umgang mit dem Tätervideo aus Halle

Im Auftrag des Ministeriums für Bildung des Landes Sachsen-Anhalt hat fjp>media eine Handreichung zum Umgang mit dem Tätervideo des Attentats aus Halle erarbeitet.
Hier finden sich die unten stehenden Hinweise auch als PDF zum Download.

 

Bei dem antisemitischen und rechtsextremen Anschlag in Halle wurden zwei Menschen getötet. Das Attentat war im Bilderforum „Meguca.org“, das in Lettland betrieben wird, unmittelbar vor der Ausführung angekündigt worden. Nun kursiert das durch den Täter gestreamte Video in unterschiedlichen sozialen Netzwerken. Vor allem die expliziten Tötungshandlungen werden – ohne entlastende Schnitte oder einordnende Kommentierungen – auch unter Kindern und Jugendlichen ungefragt weitergeleitet. In vielen WhatsApp-Gruppen verbreitet sich das Material viral. Viele junge Menschen kommen so mit den expliziten Gewaltdarstellungen und antisemitischen, rassistischen bzw. gewaltverherrlichenden Aussagen des Täters in Berührung. Eine umfängliche Eindämmung der Verbreitung wird sicher kaum möglich sein. Hinsichtlich einer entwicklungsgefährdenden oder entwicklungsbeeinträchtigenden Wirkungsvermutung auf Kinder und Jugendliche stellen sich daher bestimmte Fragen des pädagogischen Vorgehens.

Wieso gibt es so ein Video überhaupt online?

Der Täter hat seinen Anschlag 35 Minuten lang live auf dem Videoportal Twitch gestreamt – hier streamen vor allem Gamer ihre Computerspiele. Etwa fünf Menschen haben das Video dabei live angesehen.1 Danach dauerte es eine halbe Stunde, bis das Video von Twitch gelöscht wurde. Währenddessen sahen etwa 2.200 Menschen das Video und teilten es in anderen Diensten und Netzwerken.2

Das Globale Internetforum zur Terrorismusbekämpfung (GIFCT) unterhält eine Datenbank mit entfernten Inhalten. Durch eine Art „elektronischen Fingerabdruck“ kann die Verbreitung des Videos eingedämmt werden.3 Überarbeitetes oder entfremdetes Material erkennt die Software nicht mehr; das Video kann erneut verbreitet werden.

So gab es im Fall des Attentats im neuseeländischen Christchurch ebenfalls ein Tätervideo, das lediglich 200 Menschen live sahen4, jedoch von Facebook in über 800 Versionen gefunden und blockiert wurde.5 Trotzdem verbreitete sich das Material. Es wurde scheinbar bewusst über organisierte Strukturen auf verschiedenen Kanälen verbreitet; so beispielsweise über die Onlineforen 4chan oder 8chan.6

 

Welche Wirkung hat das Video auf Kinder und Jugendliche?

Das Video allein kann, muss aber nicht zwingend negativen Einfluss auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen nehmen. Realistische und reelle Tötungsszenen können übermäßig angsterzeugend, desensibilisierend und durch die Verknüpfung mit anderen Sozialisationsinstanzen natürlich auch sozialethisch desorientierend wirken. Daher sind die kontextuale Einbettung, gegebenenfalls die (ideologische) Vorprägung und die aktuellen Lebensbedingungen von Kindern und Jugendlichen wesentlich für die Wirkung.

Kontextuale Einbettung

Das Video allein kann in den meisten Fällen verstörend, ängstigend oder mitunter verrohend wirken. In Foren und Streamingdiensten bleibt das Material selten unkommentiert. Auch über Messenger-Dienste findet häufig eine wertende Einbettung des Videos statt. Hier finden sich teils zynische, befürwortende und gruppenbezogen-menschenfeindliche Kommentare, die die Tat glorifizieren oder propagandistisch ausschlachten. In diesem Zusammenhang könnte das Video zu einer Verschiebung des normativen Werterahmens junger Menschen beitragen und auch nachhaltig zu einer weltanschaulichen Radikalisierung führen, insbesondere wenn junge Menschen auch hinsichtlich anderer Sozialisationsinstanzen einen Abgleich zu dem Gesehenen herstellen können, der sich außerhalb unseres Wertekanons bewegt.

(Ideologische) Vorprägung

Ein radikaler oder demokratiefeindlicher Freundeskreis, Eltern, die sich offen antisemitisch äußern, oder Chatgruppen, in denen Gewalt befürwortet wird, können zu einer ungünstigen ideologischen Prägung beitragen. Durch die Verbreitung von solchen Inhalten auf Plattformen wie Twitch, in denen homophobe, offen nationalsozialistische, sexistische, rassistische und antisemitische Äußerungen leider keine Seltenheit sind, über geschlossene Messenger-Gruppen und Portale wie Steam oder 8chan kann somit auch zu einer Radikalisierung junger Menschen beigetragen werden.

Aktuelle Lebensbedingungen

Auch biografische Krisen, Misserfolgserfahrung wie ein Schulabbruch, vermeintlich idealistische Motive wie der Kampf für eine „bessere Gesellschaftsordnung“ oder Erfahrungen sozialer Desintegration können die Wirkungs- und Hinwendungsprozesse verstärken. Gleiches gilt für die Suche nach Sinnstiftung und Orientierung oder die bewusste (und auch provokative) Abgrenzung von der Elterngeneration.7

Darf das Video einfach weiter verteilt werden?

Die Verbreitung des Videos kann strafrechtlich verfolgt werden. Nach § 201a StGB droht für die Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen eine Geldstrafe oder sogar Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren, wenn das Video der Öffentlichkeit oder Dritten zugänglich gemacht wird. Auch das Verbreiten oder Zugänglichmachen von Gewaltdarstellung gegen Menschen kann nach § 131 StGB mit einer Geld- oder Freiheitsstrafe geahndet werden.

Dabei ist es irrelevant, wie das Video oder die Bildaufnahme verbreitet wird. Dies kann beispielsweise auch auf einem USB-Stick erfolgen. Mobiltelefone mit entsprechendem Material können im Zuge der Beweissicherung – auch bei Kindern – eingezogen werden.

Was tun wir, wenn das Video jemandem zugesendet wird?

Auf keinen Fall sollte das Video in sozialen Netzwerken oder Messengern weitergeleitet werden. Die Versendenden sollten zur Löschung aufgefordert werden, ggf. auch mit dem Hinweis, dass sie sich strafbar machen.

Bei Betreiber sozialer Netzwerke sollten entsprechende Inhalte gemeldet werden. Sie sind nach dem Netzwerkdurchsetzungsgestz (NetzDG) verpflichtet, offensichtlich rechtswidrige Beiträge innerhalb von 24 Stunden zu löschen. Allerdings fällt beispielsweise WhatsApp als Instant Messenger (noch) nicht unter den Anwendungsbereich des NetzDG. Inhalte von Einzelpersonen oder über die Verbreitung in Gruppen können hier nur nach den Gemeinschaftsstandards (community standards) des Portals gemeldet werden. Das funktioniert wie folgt:

Android: > Weitere Optionen > Einstellungen > Hilfe > Kontaktieren

iPhone: > Einstellungen > Hilfe > Kontaktieren

Windows Phone: > Menü > Einstellungen > Info > Support kontaktieren

Da der Besitz und die Weiterleitung des Videos strafbar und für Kinder und Jugendliche verstörend sind, sollte das Video umgehend gelöscht werden. Problematisch ist bei WhatsApp-Gruppen: Inhalte und damit auch das Video können nur im Zeitrahmen von 7 Minuten von den Versendenden selbst gelöscht werden, danach ist das nur noch den Moderatoren möglich.

 

Wie können wir Kinder und Jugendliche unterstützen, das gesehene zu verarbeiten?

Reden Sie mit den Kindern und Jugendlichen über die Geschehnisse und das Tätervideo. Reagieren Sie ruhig und nehmen Sie die Angst der Kinder ernst.

Versuchen Sie sich über die Geschehnisse und das Tätervideo zu informieren – möglichst vor dem kindlichen Konsum, um gezielt darüber zu reden.

Klären Sie die Kinder und Jugendlichen über mögliche strafrechtliche Folgen und Radikalisierungsprozesse auf.

Versuchen Sie gemeinsam den Umlauf des Videos zu stoppen. Unterstützen Sie die Kinder und Jugendlichen beim Löschen der Videos.

Überlegen Sie sich geeignete Präventionsformate für Ihre Schule oder Einrichtung, gemeinsam mit den Kindern, Jugendlichen und Eltern.

Beobachten Sie die Kinder und Jugendlichen, die mit den Inhalten in Berührung gekommen sind. Stellen Sie Symptome der Angst fest oder haben Sie die Befürchtung, Kinder und Jugendlichen können das Gesehene nicht verarbeiten, holen Sie sich Hilfe und Unterstützung bei lokalen Familienberatungsstellen, dem schulpsychologischen Dienst des Landes oder Ihrem Jugendamt.

Akzeptieren Sie die medialen Interessen und Interaktionswege von Kindern und Jugendlichen – das qualifiziert Sie besser als Ansprechperson für Kinder und Jugendliche, die Hilfe und Rat suchen.

Verbote nutzen wenig, suchen Sie lieber das Gespräch. Nur so haben Sie die Möglichkeit, eine reflektierte Auseinandersetzung mit dem Gesehenen zu begleiten.

Lassen Sie Kindern und Jugendlichen darüber hinaus genügend Raum zur Schilderung eigener Gedanken und Gefühle. Dies ist ein entscheidender Schritt für die Reflexion und Verarbeitung der Ereignisse.

Integrieren Sie die Thematisierung in Klassenleiterstunden und nutzen Sie vergleichbare Gesprächsanlässe – auch fachspezifisch (z.B. visuelle Darstellung im Kunstunterricht, geschichtliche Einordnung und die Auseinandersetzung mit Quellen im Geschichtsunterricht, Medienethik und Strafrelevanz im Informatik-/Medienkundeunterricht).

Was können wir präventiv gegen medienbezogene Radikalisierung tun?

Organisieren Sie Angebote zur Medienkompetenzförderung und politischen Bildung, auch gemeinsam mit anderen Schulen und Institutionen.

Reflektieren Sie Ihre eigene Ausdrucksweise und die anderer Pädagogen und Pädagoginnen in Bezug auf Formen von Antisemitismus, Rassismus oder andere gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit.

Treten Sie radikalen Äußerungen oder entsprechenden medialen Inhalten offensiv entgegen und weisen Sie sie zurück. Suchen Sie den Diskurs mit den Kindern und Jugendlichen.

Informieren Sie über die strafrechtliche Relevanz politisch motivierter Aussagen und ihrer Verbreitungen.

Dokumentieren Sie bei schwerwiegenden Beobachtungen und Inhalten die konkreten Verdachtsmomente. Sie können dazu das Formblatt „Meldung bei besonderen Vorkommnissen“ (S. 241 Krisenordner) verwenden. Sichern Sie gegebenenfalls Beweise und übergeben Sie sie der Polizei.

Wo gibt es Material und Ideen für die pädagogische Arbeit?

Sie finden eine Vielzahl von Anregungen und Links in einer aktuellen Broschüre des LISA zum Umgang mit Verschwörungstheorien, Falschnachrichten, Extremismus und Online-Radikalisierung im Unterricht:
https://lisa.sachsen-anhalt.de/fileadmin/Bibliothek/Politik_und_Verwaltung/MK/LISA/Unterricht/Themen/VOE_Verschwoerungstheorien.pdf

Anregungen zu Meinungsbildung im Netz aus verschiedenen Richtungen finden Sie im Material „Meinung im Netz gestalten“:

https://www.medien-in-die-schule.de/wp-content/uploads/Medien_in_die_Schule_Unterrichtseinheit_Meinung_im_Netz_gestalten.pdf

Die beabsichtigte mediale Vorbildwirkung terroristischer Anschläge verdeutlichen zwei Beiträge über das Attentat in Christchurch:
https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2019-03/christchurch-terroranschlag-rechtsextremismus-nachfolger-anders-breivik-kreuzritter
https://www.nzz.ch/international/experte-breivik-war-das-vorbild-des-attentaeters-von-christchurch-ld.1467510

Hier steht insbesondere die Bedeutung digitaler Medien für die Verbreitung von Ideologien und die Reaktionen von Rezipierenden im Fokus. Sie haben massiven Einfluss auf die Entwicklung von Haltungen zu solch brutalen und menschenverachtenden Anschlägen.

Man kann den 09.10.2019 auch aus der Perspektive der Journalisten analysieren. Im Podcast haben Lars Frohmüller (Radio Brocken) und Jan Schumann (Mitteldeutsche Zeitung) den Tag und ihr eigenes Handeln reflektiert:
https://soundcloud.com/vlnr_podcast/nach-dem-todlichen-terroranschlag-in-halle-was-jetzt-getan-werden-muss
Im MDR-Podcast „Was bleibt“ beschreibt Pauline Vestring, wie die Situation für die Reporter vor Ort war. Fabian Brenner ordnet ein, was das Ereignis bei den Hallensern auslöste und Frank Rugullis erklärt, wie MDR SACHSEN-ANHALT im Netz berichtet hat:
https://www.mdr.de/mdr-sachsen-anhalt/podcast/was-bleibt/terroranschlag-halle-reporter-stadt-berichterstattung-100.html

Wo finden wir Ansprechpartner und Hilfe?

Hilfe und Unterstützung bieten eine Vielzahl von Organisationen und Akteuren:

Schulpsychologische Beratung:
https://landesschulamt.sachsen-anhalt.de/behoerde/schulpsychologische-beratung/

Jugendschützer und -schützerinnen der Jugendämter:
https://www.servicestelle-jugendschutz.de/links/jugendschutz-verantwortliche-in-den-jugendaemtern/

Regionale Beratungsteams gegen Rechtsextremismus:
http://www.beratungsnetzwerk-sachsen-anhalt.de/index.php/das-beratungsnetzwerk/struktur-karte

Kompetenzstelle Eltern und Rechtsextremismus:
https://www.miteinander-ev.de/kompetenzstelle-eltern-und-rechtsextremismus-ker/

Netzwerk für Demokratie und Courage – Landesnetzstelle Sachsen-Anhalt:
https://www.netzwerk-courage.de/web/154.html

Servicestelle Kinder- und Jugendschutz:
https://www.servicestelle-jugendschutz.de/

Landeszentrale für politische Bildung / Schulnetzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ (SOR-​SMC):
https://lpb.sachsen-anhalt.de/landeszentrale/aufbau-und-geschichte/demokratie-vielfalt-und-weltoffenheit/

Jugendberatungsstellen der Polizei:
https://ms.sachsen-anhalt.de/themen/familie/familienratgeber/adressen/jugendberatungsstellen-der-polizei/

Fairsprechen – Hass im Netz begegnen:
https://www.fairsprechen.net/

Ansprechpartner für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus in Sachsen-Anhalt:
https://stk.sachsen-anhalt.de/staatskanzlei-und-ministerium-fuer-kultur/ansprechpartner-fuer-juedisches-leben-in-sachsen-anhalt-und-gegen-antisemitismus/

Verfassungsschutz Sachsen-Anhalt:
https://mi.sachsen-anhalt.de/verfassungsschutz/

Weißer Ring Sachsen-Anhalt:
https://sachsen-anhalt.weisser-ring.de/

Gibt es konkrete Fortbildungen zu dem Thema?

Die Servicestelle Kinder- und Jugendschutz von fjp>media vermittelt in der Fortbildung „NETZEXTREM – EXTREMISTISCHE TENDENZEN UND DEREN SPIELFELDER IN DEN SOZIALEN MEDIEN“ Grundlagen zu Jugendgewalt, Extremismus und Radikalität und erörtert dabei spezielle Themenfelder wie politischen und religiösen Extremismus. Phänomene werden vorgestellt und sprachliche Codes, Lifestyle und Jugendaffinität aufgezeigt. Fragen des Umgangs mit Hassbotschaften und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit im Netz werden erörtert, Strategien und Anlaufstellen aufgezeigt:
https://www.servicestelle-jugendschutz.de/wp-content/uploads/sites/17/2018/02/Ausschreibung_Fortbildung_Netzextrem.pdf

Auch für Schüler und Schülerinnen ab der 9. Klasse gibt es ein Projekt, um „Hate Speech“ zu verstehen, eigene Erfahrungen zu reflektieren und verschiedene Handlungsempfehlungen und Strategien an die Hand zu bekommen:
https://www.servicestelle-jugendschutz.de/wp-content/uploads/sites/17/2018/02/Ausschreibung_Projekt_HateSpeech.pdf

Das Projekt FAIRSPRECHEN berät nicht nur Betroffene von Hass im Netz, sondern vermittelt in Workshops auch pädagogisch Handelnden konkrete Methoden und rechtliche Grundlagen zur kritischen Auseinandersetzung mit dem eigenen Verhalten und zu Formen der angemessenen Intervention bei Hass im Netz:
https://www.fairsprechen.net/angebote/staerken/

 

Diese Handreichung entstand im Auftrag des Ministeriums für Bildung des Landes Sachsen-Anhalt

 

 

 

 

 

 

 

 

Über fjp>media

fjp>media ist der Verband junger Medienmachenden in Sachsen-Anhalt. Gegründet durch Schülerzeitungsredakteure vertritt der Verband seit 1991 die Interessen aller jungen Menschen, die selbstbestimmt an Online-Medien, Hörfunkprojekten, Video-Produktionen und bei Zeitungen arbeiten. In Magdeburg bietet fjp>media im Medientreff zone! neben einem offenen Angebot viele medienpädagogische Projekte für Kinder und Jugendliche sowie Multiplikatorenschulungen. Für junge Medieninteressierte organisiert fjp>media landesweit Workshops und Seminare rund ums Medienmachen. Die Servicestelle Kinder- und Jugendschutz von fjp>media steht Heranwachsenden, Familien und Fachkräften mit Information, Beratung und Bildungsangeboten zu Fragen des Kinder- und Jugendschutzes zur Seite. Mit dem Projekt „Fairsprechen – Hass im Netz begegnen“ unterstützt fjp>media Zivilcourage gegen Hass im Netz.

Sollten Sie Fragen zu Internetphänomenen oder weiteren Beratungsbedarf haben, setzen Sie sich gern mit uns in Verbindung:

fjp>media

Gareisstraße 15
39106 Magdeburg

Tel: 0391 – 561 82 36
www.fjp-media.de
info@fjp-media.de

 

 

 

 

 

 

V.i.S.d.P.: Olaf Schütte | fjp>media | Gareisstraße 15 | 39106 Magdeburg

 

7Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesjugendämter Handlungsempfehlung Radikalisierung
und Extremismus in stationären Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, 2018

Was ist so faszinierend an „Fortnite: Battle Royal“?

Wer kennt es nicht? Fortnite – das beliebteste Onlinespiel 2018 in der Altersgruppe der 12 bis 17-Jährigen laut JIM-Studie.

Die Tänze aus Fortnite begleiten Pädagog*innen in Bildungsveranstaltungen mit Kindern und Jugendlichen und Erziehende fragen auf Elternabenden besorgt nach Risiken und Auswirkungen des Spiels. Weiterlesen

Wochenrückblick der Servicestelle Kinder- und Jugendschutz

Am 17.09.2019 beteiligte sich die Servicestelle Kinder- und Jugendschutz am Fachtag „Schule gegen sexuelle Gewalt“ des Landesschulamtes in Stendal. Zielstellung des Fachtages ist die Ermutigung und fachliche Anregung von Schulleitungen und Kollegien in der schulspezifischen Auseinandersetzung nit dem Thema, in dessen Ergebnis die Erarbeitung eines auf die Schule zugeschnittenen Konzeptes zum Schutz vor sexueller Gewalt entstehen soll. Die Referent*innen der Servicestelle sensibilisierten die interessierten Fachkräfte zu möglichen Gefahren in sozialen Netzwerken, insbesondere Cybergrooming, Sexting und Pornografie, und zeigten Lösungsstrategien sowie Hilfsangebote auf.

Parallel fand die Fortbildung „Medienpädagogische Fallstricke in der pädagogischen Arbeit“ in Kooperation mit dem Landkreis Wittenberg in Wittenberg statt. Mit Fachkräften (Erzieher*innen, Sozialpädagog*innen und Schulsozialarbeit*innen) wurden die inhaltlichen Schwerpunkte von Urheberrecht, Datenschutz, Medienrecht und den Persönlichkeitsrechten aufgegriffen. Anhand ausgewählter Beispiele wurde gezeigt, wie Medien in der pädagogischen Arbeit sicher genutzt werden können. Diese Fortbildung verdeutlichte wiederholt, wie unsicher Fachkräfte sich in einigen Arbeitsfeldern fühlen.

Am 18.09.2019 fand die Fortbildungsveranstaltung „Heute schon mit Ihrem Kind gesprochen? Familienverantwortung im Umgang mit Medien“ in Kooperation mit dem Netzwerk Frühe Hilfen in Zerbst statt. Pädagogische und andere Fachkräfte aus Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe (Kindertagesstätten, Familienbildungsstätten, Familienzentren, Familienberatungsstellen, Netzwerk Frühe Hilfen) erhielten Informationen zur Auswirkung der Mediennutzung von Eltern auf ihre Kinder. Weiterhin wurden Methoden vorgestellt, wie Fachkräfte dieses „sensible“ Thema in der pädagogischen Arbeit ansprechen und aufgreifen können. Aus dieser Fortbildung ergab sich der Wunsch mehr Angebote für gemeinsame Eltern-Kind-Veranstaltungen vorzuhalten.

Am selben Tag bot die Servicestelle Kinder- und Jugendschutz zwei Seminare im Rahmen des Landestages „Schule ohne Rassismus. Schule mit Courage“ an. Der diesjährige Landestag hatte sich inhaltlich dem 70-jährigen Jubiläum des Grundgesetzes verschrieben. Mit Schüler*innen aus ganz Sachsen-Anhalt gab es hier praxisorientierte und lebensnahe Diskussionen rund um dieses Oberthema. Im ersten Workshop der Servicestelle ging es um Meinungsfreiheit und eine faire Kommunikation in sozialen Netzwerken. Der zweite Workshop beschäftigte sich mit Persönlichkeitsrechten und Datenschutz.

Eigenes Medienwissen weitergeben und bei Fragen für Gleichaltrige ansprechbar sein – das wollten Kinder und Jugendliche aus den stationären und ambulanten Betreuungsdiensten des Diakonievereins Burghof. Am letzten Wochenende trafen sie sich deshalb, um von der Servicestelle das nötige Rüstzeug für die Arbeit als Media-Scout zu erhalten. Gemeinsam überlegten alle, wie und wo man zukünftig tätig werden möchte. Darüber hinaus wurden Filme gedreht oder erste Angebote geplant und umgesetzt.

Wer oder was ist Nimses?

Nimses ist ein Soziales Netzwerk, dessen grundlegende Idee nicht allzu abweichend von vergleichbaren Angeboten scheint. Es geht um die Vernetzung mit anderen Nutzer*innen. In heilsbringender Weise wird das Produkt hingegen auf der eigenen Seite und über Youtube beworben. „I am wasted“ resigniert der Protagonist des Werbefilmes, doch wie der Phönix aus der Asche ersteht er auf und wird zum Teil des großen Netzwerkes von Nimses – selbstbestimmt und vermeintlich erstmals etwas wert. (nimses 2019)
Im Netzwerk bestehen Möglichkeiten einer „klassischen“ Vernetzung mit anderen Profilen, das Anschauen und Liken von Profilbildern als auch das Finden von Nutzer*innen, die sich in einem Umkreis von zwei Kilometern befinden. Weiterlesen

Freie Termine für Elterninformationsangebot „Medienerziehung in der Familie“

Auch im zweiten Halbjahr gibt es für alle Interessierten die Möglichkeit, Elterninformationsveranstaltungen zur Medienerziehung gemeinsam mit der Servicestelle Kinder- und Jugendschutz zu organisieren.

Das 90-minütige Elternangebot wird von Jugendschutzreferent*innen der Servicestelle Kinder- und Jugendschutz durchgeführt. Dabei erhalten Erziehende einen Überblick zu aktuellen Medientrends sowie zur Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen, werden über Chancen und Risiken der Mediennutzung informiert und erhalten Tipps und Hilfestellungen für die eigene Medienerziehung.
Eine anschließende Frage- und Antwortrunde ermöglicht die Diskussion unter allen Beteiligten, um etablierte Erziehungsmodelle kennenzulernen oder sich zu individuellen Medienthemen auszutauschen.

Freie Termine in der zweiten Jahreshälfte 2019 sind:
KW 36: 03.-05. September sowie
KW 39: 24.-26. September.

Sollten Sie Interesse haben, diese Angebote durchzuführen, nehmen Sie gern Kontakt mit uns auf per Mail jugendschutz@fjp-media.de oder Telefon 0391 / 503 76 38.

Servicestelle unterstützt Fachtag zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexualisierter Gewalt

Das Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration veranstaltet am 14. Juni 2019 in der Zeit von 10:00 Uhr bis 16:00 Uhr im Gesellschaftshaus in Magdeburg einen Fachtag zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexualisierter Gewalt.

Unter dem Motto Hinsehen – Hinhören – Handeln! will der Fachtag sensibilisieren, informieren und insbesondere die Frage klären, wo noch Handlungsbedarfe für das Land Sachsen-Anhalt sind.

Frau Sozialministerin Petra Grimm-Benne wird den Fachtag eröffnen. Mit Vorträgen sind unter anderem vertreten Frau Prof. Dr. phil. Maika Böhm, Professorin für Sexualwissenschaft und Familienplanung an der Hochschule Merseburg (Thema: Digitale Medien und sexuelle Grenzverletzungen) sowie Herr Prof. Dr. med. Dr. phil. Klaus M. Beier, Direktor des Institutes für Sexualwissenschaft und Sexualmedizin an der Charité – Universitätsmedizin Berlin (Thema: Präventionsnetzwerk „Kein Täter werden“). Angefragt ist auch der Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM), Johannes-Wilhelm Rörig.

Die theaterpädagogische Werkstatt Osnabrück präsentiert Ausschnitte aus den Präventionsprogrammen „Mein Körper gehört mir!“ sowie „Die große Nein-Tonne“, die Jungen und Mädchen im Vorschulalter und in der Grundschule stark gegenüber körperlichen Grenzverletzungen machen wollen. Gezeigt werden auch Ausschnitte der PETZE-Ausstellung der Hochschule Merseburg, die Kindern und Jugendlichen Handlungsstrategien bei sexuellen Übergriffen vermittelt.

Der Fachtag richtet sich insbesondere an pädagogisches Fachpersonal aus stationären Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, Jugendamtsleitungen, Leitungen aus Kindertageseinrichtungen sowie Kinderschutzfachkräfte, Koordinierende der lokalen Netzwerke Frühe Hilfen und des Kinderschutzes sowie deren Netzwerkpartner*innen, Kinderärzt*innen,  Fachkräfte der Frühen Hilfen, Schulsozialarbeiter*innen, Fachkräfte aus Familienzentren, Beratungsstellen gegen sexuelle Gewalt, Familienverbände  sowie  Ehe-, Lebens- und Familienberatungsstellen, Gesundheitsämter, Feuerwehrwarte  der Jugendfeuerwehr im Landesfeuerwehrverband, Sportvereine und Sportverbände im Landessportbund.

Weitere Informationen (Programm/Ablaufplan) erhalten Sie unter  Simone.Seitz@ms.sachsen-anhalt.de oder telefonisch unter 0391 567- 6908.