Begrenzte Wirkung des Social-Media-Verbots in Australien

Australien führte Ende 2025 ein Mindestalter von 16 Jahren für die Nutzung bestimmter sozialer Netzwerke wie TikTok, Instagram und Snapchat ein. Eine Studie veröffentlichte erste Ergebnisse, wie sich die Regelungen auf das Nutzungsverhalten Jugendlicher auswirken.

Drei Monate nach Inkrafttreten der Altersgrenze zeigte sich kein signifikanter Rückgang der Social-Media-Nutzung bei Jugendlichen unter 16 Jahren. Mehr als 85 Prozent der befragten Jugendlichen nutzten die regulierten Plattformen weiterhin. Gleichzeitig berichteten viele Jugendliche von Umgehungsstrategien, etwa durch die Verwendung falscher Geburtsdaten, die Nutzung fremder Accounts oder den Zugriff über den Privatmodus von Browsern.

Als Ursache nennen die Forschenden insbesondere die bislang unzureichende Altersüberprüfung durch die Plattformanbieter. Die meisten Jugendlichen gaben an, ihr Alter durch eine Selbstauskunft oder ein Selfie bestätigen zu müssen. Offizielle Ausweisdokumente wurden nur selten angefordert.

Die Autor*innen fanden nur wenige Beweise für eine sofortige substanzielle Verringerung der Social-Media-Nutzung durch Jugendliche unter 16 Jahren. Sie betonen, dass weitreichende Regulierungsmaßnahmen Zeit benötigen, um ihre volle Wirkung zu entfalten. Gleichzeitig verdeutlichen die Ergebnisse die Herausforderungen, die mit der praktischen Umsetzung von Altersgrenzen im digitalen Raum verbunden sind. Die Debatte um wirksame Schutzmaßnahmen für Kinder und Jugendliche in sozialen Medien wird damit auch international weiter an Bedeutung gewinnen.

Die Studienergebnisse stehen auf der Website des British Medial Journal als Bericht zur Verfügung.

Quelle: British Medial Journal, BMJ 2026, London, 24. Juni 2026