Urlaubsfotos der Familie im Netz teilen? So geht´s richtig!

Die Ferienzeit ist für viele Familien mit gemeinsamen Reisen, besonderen Erlebnissen und unvergesslichen Momenten verbunden. Diese Erinnerungen werden von den Eltern heute zunehmend über soziale Medien und andere Online-Plattformen geteilt. Während Familienfotos früher überwiegend im privaten Rahmen, beispielsweise in Fotoalben, gezeigt wurden, sind sie heute häufig auch über öffentliche Profile für einen großen und teilweise unbekannten Personenkreis zugänglich. Mit der Veröffentlichung im Internet geht jedoch ein Kontrollverlust über die weitere Verwendung der Bilder einher. Der vorliegende Beitrag beleuchtet die potentiellen Risiken des öffentlichen Teilens von Familien- und Kinderfotos und zeigt auf, wie Erinnerungen unter Berücksichtigung des Kinder- und Datenschutzes verantwortungsvoll online geteilt werden können.

Warum das Teilen von Kinderfotos problematisch sein kann

Das Teilen (engl.: „share“) von Kinderfotos durch Eltern (engl.: „parent“) im Internet wird „Sharenting“ genannt. Dieses birgt erhebliche Risiken. Sobald Bilder online veröffentlicht werden, verlieren Erziehende und Kinder die Kontrolle über deren weitere Verwendung. Fotos können kopiert, bearbeitet, weiterverbreitet oder zweckentfremdet werden. Gleichzeitig werden häufig die Persönlichkeitsrechte des Kindes – insbesondere das Recht am eigenen Bild und auf Privatsphäre – nicht ausreichend berücksichtigt. Kinder können die Tragweite einer Veröffentlichung in der Regel noch nicht einschätzen und haben oft keine Möglichkeit, über die Nutzung ihrer Bilder mitzuentscheiden.
Hinzu kommt das Risiko des Missbrauchs. Bilder können für Cybermobbing genutzt oder in pädokriminellen Kontexten verbreitet werden. Durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz lassen sich inzwischen bereits aus einzelnen Gesichtsaufnahmen täuschend echte Deepfakes erstellen, darunter auch Darstellungen sexualisierter Gewalt.
Darüber hinaus hinterlässt jede Veröffentlichung einen digitalen Fußabdruck, der das Kind langfristig begleiten kann. Eltern und andere Bezugspersonen entscheiden damit häufig bereits früh über die digitale Identität des Kindes – lange bevor dieses selbstbestimmt darüber entscheiden kann, welche Informationen oder Bilder von ihm im Internet sichtbar sein sollen.

Wie Familienfotos sicher und verantwortungsvoll online geteilt werden können

Die Veröffentlichung von Kinderfotos im Internet ist nicht per se kritisch. Ein reflektierter Umgang sowie die Berücksichtigung geeigneter Schutzmaßnahmen tragen jedoch wesentlich dazu bei, die Persönlichkeitsrechte und die Sicherheit des Kindes zu wahren.

  • Erforderlichkeit der Erkennbarkeit prüfen:
    Vor jeder Veröffentlichung sollte hinterfragt werden, ob das Kind auf dem Foto überhaupt identifizierbar sein muss. Häufig lässt sich die gewünschte Erinnerung oder Botschaft auch vermitteln, ohne das Gesicht des Kindes oder andere identifizierende Merkmale zu zeigen. Perspektiven von hinten, Detailaufnahmen oder Situationen, in denen Kinder nicht eindeutig erkennbar sind, können das Recht des Kindes auf Privatsphäre besser wahren.
  • Die langfristige Perspektive des Kindes berücksichtigen:
    Eltern und Sorgeberechtigte sollten angeregt werden, die Situation aus der Perspektive des Kindes im Jugend- oder Erwachsenenalter zu betrachten. Bilder, die heute als niedlich oder harmlos empfunden werden, können später als unangenehm, beschämend oder entwürdigend erlebt werden. Die Kampagne deinkindauchnicht unterstützt dabei, diesen Perspektivwechsel vorzunehmen und für die langfristigen Folgen digitaler Veröffentlichungen zu sensibilisieren.
  • Kinder entsprechend ihres Alters beteiligen:
    Kinder sollten – ihrem Alter und Entwicklungsstand entsprechend – in Entscheidungen über die Veröffentlichung ihrer Fotos einbezogen werden. Die Beteiligung stärkt ihre Selbstbestimmung und Medienkompetenz und vermittelt frühzeitig einen verantwortungsvollen Umgang mit den eigenen personenbezogenen Daten sowie den Rechten anderer.
  • Adressatenkreis und Datenschutzeinstellungen bewusst wählen:
    Vor dem Teilen eines Fotos sollte geprüft werden, über welchen Kommunikationsweg die Veröffentlichung erfolgt und wer tatsächlich Zugriff auf das Bild erhält. Ob privater Chat, Gruppenchat, geschlossenes Profil oder öffentlich zugänglicher Beitrag – Reichweite und Sichtbarkeit unterscheiden sich erheblich. Datenschutz- und Privatsphäre-Einstellungen sollten regelmäßig überprüft und bewusst genutzt werden.
  • Preisgabe personenbezogener Daten vermeiden:
    Bei der Veröffentlichung von Fotos sollten keine zusätzlichen personenbezogenen Informationen preisgegeben werden, die Rückschlüsse auf die Identität, den Aufenthaltsort oder den Alltag des Kindes zulassen. Hierzu zählen beispielsweise der vollständige Name, Angaben zu Schule oder Kindertagesstätte, Vereinszugehörigkeiten, Wohnort oder regelmäßig besuchte Orte. Zudem speichern und nutzen viele Plattformen die Metadaten der Fotos für kommerzielle Zwecke.
  • Auch das soziale Umfeld sensibilisieren:
    Ein verantwortungsvoller Umgang mit Kinderfotos gelingt nur, wenn auch Familienangehörige, Freund*innen und weitere Bezugspersonen einbezogen werden. Eltern sollten ihr Umfeld darum bitten, Fotos ihrer Kinder nur mit ihrer Zustimmung und unter Berücksichtigung der Interessen und Rechte des Kindes zu veröffentlichen oder weiterzuleiten.

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